Der Kurs der Kryptowährung Bitcoin stieg zum Ende des Jahres 2017 zunächst rasant auf fast 20.000 USD an, bevor er einbrach und sich Anfang 2018 bei etwa 15.000 USD einpendelte. Während dieses Höhenflugs wurde an den Stammtischen beinahe jeden Wirthauses vornämlich darüber diskutiert, ob eine Investition in derartige Währungen, hinter denen faktisch keine Wertschöpfung in Form von Produkten oder Ähnlichem steht, moralisch vertretbar ist und ob es nicht besser sei, diese vollständig zu verbieten – was eine Staaten dieser Welt auch tatsächlich taten.

Währenddessen generierten die ersten Investoren Gewinne und es kam zunehmend die Frage auf, ob derartige Transaktionen steuerpflichtig sind und falls ja, welcher Einkunftsart sie wohl zuzuordnen sind. Diese Frage wurde auch an das Finanzministerium Hamburg gerichtet, der dazu am 11.12.2017 zur ertragsteuerlichen Behandlung zusammengefasst Folgendes feststellte:

Bei der Kryptowährung Bitcoin handelt es sich um eine unregulierte und von staatlichen Institutionen und Kreditinstituten unabhängige „Ersatzwährung“, die starken Kursschwankungen unterliegt. Der Kurs richtet sich allein nach Angebot und Nachfrage, daher stellen Bitcoins auch Spekulationsobjekte dar und bei einem Kurssturz drohen hohe finanzielle Verluste. Die virtuelle Währung Bitcoin unterliegt nicht der Aufsicht der BaFin und ist kein gesetzliches Zahlungsmittel, denn es fehlt an einer Annahmepflicht. Bitcoins werden permanent neu generiert, bis maximal 21 Mio. Bitcoins vorhanden sind.

a) Erwerb und Veräußerung von Bitcoins im Privatvermögen

Der Gewinn (oder) Verlust aus der Veräußerung von Bitcoins führt zu sonstigen Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften, sofern Erwerb und Veräußerung der Bitcoins innerhalb eines Jahres stattfand. Demnach handelt es sich insbesondere nicht um Einkünfte aus Kapitalvermögen.
Über ein Jahr hinaus handelt es sich um sogenannte Spekulationsgeschäfte. Gewinne unterliegen demnach nicht der Besteuerung und Verluste können mit künftigen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden. Voraussetzung ist allerdings weiterhin, dass die Bitcoins nicht selbst generiert wurden, weil es dann am „Erwerb“ fehlt (dann besteht die Frage eines Gewerbebetriebs).

b) Hingabe von Bitcoins als Zahlungsmittel

Sofern erworbene Bitcoins als Zahlungsmittel eingesetzt werden, gilt dieses als Veräußerung der Bitcoins und führt ebenfalls zu sonstigen Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften. Der Wert der im Gegenzug erhaltenen Ware oder Dienstleistung ist als Veräußerungspreis anzusetzen.

Bei der Ermittlung des Gewinns sind die Anschaffungskosten von dem Veräußerungspreis abzuziehen. Hinsichtlich der Anschaffungskosten findet die sogenannte Fifo- Methode Anwendung, wenn Bitcoins in mehreren Tranchen erworben wurden. Wichtig ist demnach die genaue Dokumentation des Anschaffungszeitpunkts, des Anschaffungspreises und der gekauften Menge.

Darüber hinaus hat sich das Bundesministerium der Finanzen mit einem Schreiben vom 27.02.2018 zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Bitcoins und anderen virtuellen Währungen geäußert.

Ausschlaggebend ist hierbei die Entscheidung des EuGH vom 22.10.2015 in der Rechtssache Hedqvist (C-264/14), nach der es sich bei dem Umtausch konventioneller (gesetzlicher) Währungen in Einheiten der virtuellen Währung „Bitcoin“ und umgekehrt zwar um eine Dienstleistung gegen Entgelt handelt, diese allerdings unter die Steuerbefreiung der Mehrwertsteuersystemrichtlinie fällt.

Die Verwendung von Bitcoin wird demnach der Verwendung von konventionellen Zahlungsmitteln gleichgesetzt, soweit sie keinem anderen Zweck als dem eines reinen Zahlungsmittels dienen. Die Hingabe von Bitcoin zur bloßen Entgeltentrichtung ist somit nicht steuerbar.

Die umsatzsteuerrechtliche Behandlung des Mining ist noch nicht abschließend geklärt. Beim Mining handelt es sich um „Schürfer“, die ihre Computerleistung zur Verfügung stellen. Die Europäische Kommission hat hierzu bereits Erörterungen im Mehrwertsteuerausschuss angestoßen, die aber noch nicht abgeschlossen sind.

Es bleibt spannend, sprechen Sie uns bei Fragen gerne an.

 

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