Eigenkapitalersetzende Finanzierungsmaßnahmen – BFH nun strenger als die Finanzverwaltung

Wurde ein Gesellschafter als Bürge oder andere Finanzierungshilfen des Gesellschafters mit eigenkapitalersetzendem Charakter zur Bewältigung einer Unternehmenskrise in Anspruch genommen, dann führte dies beim Gesellschafter bisher zu nachträglichen Anschaffungskosten und im Falle einer Insolvenz zu entsprechend erhöhten steuerlichen Auflösungsverlusten beim Gesellschafter.

Dies galt trotz der Modernisierung des GmbH-Rechts vor nunmehr beinahe 10 Jahren (MoMiG) und Abschaffung des sog. Eigenkapitalersatzrechtes in der Umsetzung durch die Finanzverwaltung fort.

Nunmehr stellt der BFH klar, dass Anknüpfungspunkt nicht mehr § 32a GmbHG in der Fassung bis 2008 sein könne. Hinsichtlich der nachträglichen Anschaffungskosten dürfen lediglich die allgemeinen Grundsätze des § 255 HGB gelten. Hiernach führen nur offen Einlagen in das Kapital der Gesellschaft zu nachträglichen Anschaffungskosten des Gesellschafters. Verdeckte Einlagen werden nur Berücksichtigung finden, wenn die Zuführung einer Einlage in das Gesellschaftsvermögen wirtschaftlich vergleichbar ist.

Immerhin gilt Vertrauensschutz bis zum Tag der Veröffentlichung des Urteils am 27.09.2017. Die Pressemitteilung 60/17 des BFH finden Sie hier.

Etwas anderes kann im Übrigen im Falle des häufig gewählten Rangrücktrittes gelten!

 


Niels Hub-Striesow
n.hub-striesow@wpg-wirtschaftsrat.de
Wirtschaftsprüfer
Steuerberater
Hamburg